© Julian Rodenbeck
Regionale Wirtschaft
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie hatte am 22. September 2011 Fachleute aus Wirtschaft und Politik zur Konferenz mit dem Titel „Partner der Energiewende - Maritime Wirtschaft und Offshore-Windenergie“ gebeten. Zweifellos ist die Energiewende ein nationaler Prozess des Umbaus einer ganzen Branche, aber die größten Chancen der Windenergie sind vor allem in Norddeutschland spürbar: Nicht nur für die Energieerzeugung selbst sind die geplanten Offshore-Windparks von Bedeutung, sondern die ganze Wertschöpfungskette vom Bau und der Installation der Anlagen bis hin zu Service und Reparatur wird ganz wesentlich in den Häfen mit Zugang zu Nord- und Ostsee zuhause sein.
Die Prämissen für die Häfen, ihre Betreibergesellschaften und die regionale Wirtschaft sind klar: Sie müssen in der Lage sein, ausreichendes Fachkräftepotenzial zur Verfügung zu stellen. Die Finanzierung des Aufbaus der Kapazitäten muss gesichert werden – dazu fordert die SPD, bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau ein Programm für Häfen und Schiffbau in Höhe von 2,5 Milliarden Euro aufzulegen. Das Planungsrecht sollte dort geändert werden, wo es die Beschleunigung der Prozesse tatsächlich behindert, und nicht zuletzt wird es darauf ankommen, sich einer gezielten Förderung durch die Europäische Union zu versichern.
In der Diskussion mit den Wirtschaftsvertretern Jörg Buddenberg und Andreas Wellbrock sowie der Staatssekretärin des Schleswig-Holsteinischen Wirtschaftsministerium Tamara Zieschang wurde deutlich, dass es nicht an Bereitschaft mangelt, die Häfen weiter zu fördern und strukturell besser aufzustellen. Vieles scheitert aber noch an der einfachen Frage, wer den ersten Schritt machen soll. Bei der Bewältigung komplexer Herausforderungen wie dem Ausbau von Hafeninfrastrukturen und der Energiewende hin zum Ökostrom kommt es darauf an, dass die Verantwortlichen in einen Dialog miteinander treten und an einem Strang ziehen. Daran mangelt es bisher.